Ha, ich hab 2026 doch noch einen Triathlon hinbekommen! Endlich, nach Sitzbeinbruch und der (noch nicht zu 100 % auskurierten, aber leiser werdenden) Knochenhautentzündung am Schienbein. Hier mein Bericht, gestern direkt noch am Bahnhof auf dem Handy zusammengeklimpert:
Schwimmen lief ganz gut. Wir waren zu dritt auf einer Bahn, das Wasser war angenehm, ich hab keinmal gefroren. Die andere Frau war praktisch gleich schnell wie ich, ich hing ihr dann an den Hacken. Zum Überholen hätte ich all-out gehen müssen, das wollte ich so früh aber nicht. Ich hatte natürlich sofort vergessen, wie viele Bahnen ich schon geschwommen bin, aber ich hatte eine grobe Ahnung. Als wir meiner Rechnung nach 450 m geschwommen waren, stieg sie aus dem Wasser und ich war irritiert. Der Blick zur Uhr sagte auch 450 m, gut, Uhren verzählen sich manchmal, aber sie zeigte vor allem erst 10 Minuten an und das war zu wenig für 550 m. Also bin ich noch 100 m mehr geschwommen. War wohl auch richtig so, meine Pace passt nämlich. Beim Schwimmen hab ich direkt gemerkt, dass mir die langen Strecken mehr liegen. Die ersten 150 m waren noch anstrengend, aber nach 450 m war ich gut drin – und dann war es schon wieder fast vorbei.
Der erste Wechsel lief gut dieses Mal. Da hatte ich letztes Jahr viel Zeit verloren. Diesmal hab ich mich nicht großartig darum gekümmert, meine Füße sauber zu kriegen, aber es war auch nur Gras und Erde und kein Sand. Die Elastiksenkel an den Schuhen haben auch super funktioniert. Das lief echt alles wie geschmiert.
Radfahren war anfangs wieder anstrengend. Es ging erstmal den Berg leicht hoch in den Wald über Schotter. Zum Glück hat mein Arbeitsweg genau den gleichen Untergrund, von daher hab ich mich da sicher gefühlt. Was mein Arbeitsweg nicht hat: Berge! Der Rundkurs hatte einen knackigen Anstieg, auf dem ich im kleinsten Gang den Berg hochgekeucht bin. Dafür konnte man danach aber schön runter brettern. Also: Radfahren war sau anstrengend, aber hat auch Spaß gemacht.
Der Wechsel vom Rad zum Laufen war eher unspektakulär, ich hatte ja die Laufschuhe schon an, also musste ich nur die Startnummer nach vorne schieben. Neben mir legte sich ein Mann mit einer Kampfrichterin an, weil er zum Schieben nicht seinen Helm aufziehen wollte. Die darauffolgende Konversation war dann eher aus der Kategorie bockiges Kleinkind. Na ja, sollte mir aber egal sein, ich hatte ja noch was vor. Also Weg suchen (der Anfang der Laufstrecke war zwischen ein paar Bäumen versteckt) und weiter.
Auch die Laufstrecke ging sofort berghoch. Meine Oberschenkel waren wie Blei und ich musste schon nach zwei Minuten eine Gehpause einlegen. Na toll, fängt ja gut an, dachte ich. Ich kann doch nicht die ganze Zeit gehen... Mir kam ein Läufer entgegen, der meinte, der erste Kilometer sei der härteste. Jaja, sagt man so... Irgendwann konnte ich wieder laufen, aber ich musste immer wieder Gehpausen einlegen, weil meine Oberschenkel so brannten. Es wurde aber tatsächlich besser und meine Laune stieg auch wieder. Die Laufpassagen wurden immer länger. Ich sagte mir selbst immer wieder, wie toll es ist, nach der Verletzungspause überhaupt laufen zu können und dass ich schon gar nicht so schlecht bin dafür, dass ich gar nicht richtig trainieren konnte. Und dann brach auch schon der letzte Kilometer an und der war echt easy, war ja leicht bergab.
Am Ende dann wieder dieses Gefühl: Och, schon vorbei! Obwohl ich zwischendurch echt teilweise total fertig war. Ich hab aber einfach wieder gemerkt, dass ich eine Dampflok bin, die lieber lang und langsam unterwegs ist. Also hoffe ich mal, dass ich verletzungsfrei durch das nächste Jahr komme und mit genug Training dann nächstes Jahr vielleicht auch mal eine OD in Angriff nehmen kann.
Musste sehr lachen bei der Passage "bockiges Kleinkind"… Jeez. Das steht überall in den Regeln, Helm auf vor dem weitermachen und erst ab, wenn das Rad wieder steht / hängt.
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