Noch zwei Tage bis ich meine Matratze auf den Boden verlassen kann. In zwei Tagen haut Carsten nämlich ab und ich krieg sein Bett. Lala.
Noch zwei Tage bis ich meine Matratze auf den Boden verlassen kann. In zwei Tagen haut Carsten nämlich ab und ich krieg sein Bett. Lala.
In Anbetracht der Tatsache, dass Sabrina keine Feuchtigkeit an ihren Fuß lassen konnte, musste ich heute die Duschen schrubben, wie in den kommenden Tagen dann auch. Ist echt ne unschöne Sache, da man Unmengen an Sprühzeugs auf die Oberflächen spritzen muss. Hust hust. Da freuen sich die Lungen. Ansonsten entschied ich anstatt mit an den See zu fahren, lieber mal nen Verwaltungstag am Rechner einzulegen. Nervt und bringt Rückenschmerzen, aber muss ja auch mal sein.
Bin später doch noch an den See. Hab mich mit Ariane getroffen zu später Stunde.
Aufregung machte sich breit. Sabrina (auch erst süße 20) wollte sich in Rotorua ein Tattoo stechen lassen. YOU NEVER KNOW sollte später ihren Fuß zieren. Ich entschied mitzufahren. Dominic lenkte das Auto. Die Fahrt gestaltete sich ziemlich amüsant, denn wir genossen eine Stunde non Stopp deutschen Schlager. Aber nicht so nen Klebmassensound, den man heute auf den Apres Ski-Events und auf Mallorca hört… neee, das waren so Sachen wie „ich will nen Cowboy als Mann“ oder „wann wird es mal wieder richtig Sommer“. Die Musik in Kombination mit ner Autofahrt durch Neuseeland fühlte sich so unreal an, umso mehr Spaß hatten wir beim Zuhören und Mitsingen. Ich kannte natürlich mehr Songs auswendig als die anderen, haha.
Ja, in Rotorua angekommen (diese Stadt scheint mich zu verfolgen…) steuerten wir den Tattooladen an, in der es passieren sollte. Ich gab ein paar Tipps bezüglich der Schrift, des Kursiv-Grades und der Welligkeit des Spruches, dass ich quasi auch ein bisschen Teil des Endergebnisses geworden bin.
Ja, nun saß Sabrina da auf der kofferartigen Liege und grinste wie ein Honigkuchenpferd. Und der Tättowierer legte los.. Brrrkrzzz. Angeblich soll es gar nicht so weh getan haben. An alle, die sich Sorgen um mich machen: Keine Angst, ich habe nicht vor, mich auch auf so ne Liege zu legen. Aua und… ein Tattoo würde mir irgendwann eh langweilig werden.
War insgesamt ne schöne Erfahrung mal leibhaftig mitzuerleben wie das so vonstatten geht mitm Tättowieren und so…
Haben uns später noch nen TipTop Eis für zwei Dollar gegönnt und uns an den Lake Rotorua gesetzt, wo sich mal wieder unzählige schwarze Schwäne tummelten (Schwäne sind böse, jawohl!).
Ein großes Schild belehrte einen, die Schwäne bitte nicht zu füttern, weil sie einen angreifen können. Natürlich gibt es immer Menschen, die sich daran nicht halten. Ein Mann schmiss Brotkrumen ins Wasser, was das Zeug hielt und Möwen und Schwäne prügelten sich um die Wette. Die Schwäne waren meist schneller. Wirken schon ziemlich gewaltig und ja… sie wurden mir immer unsympathischer diese dunklen Viecher mit dem feuerroten Schnabel. Apropos Schnabel. Meine Plastikgabel – ausm Air New Zealand-Flugzeug ist zerbrochen. Mist.
Hab auch noch ein paar Häuser in Rotorua geknipst und die schöne Weihnachtsdeko mit blauem Himmel dahinter. Haha.
Abends wollten wir (wieder zurück in Taupo) noch nen Barbecue am Lake Taupo machen. Haben uns alle schön Salate zubereitet und ich mir nen Rindersteak gekauft. Der Grill, in den man normalerweise 2 Dollar wirft, schien aber den Geist aufgegeben zu haben. Es gibt aber Schlimmeres, wenn man bedenkt, dass der Sonnenuntergang traumhaft war.
Sind zurück zum Hostel und haben unser Fleisch auf den Hostelgrill geschmissen. Ich hab unterdessen das zweite Schokoladenbrot (mit Kakao) gebacken. Heute in der Variante mit Bananenstücken. Und der Tipp, anstatt Margarine, Butter oder Öl Mehl zu nehmen war ja so was von schlecht. Schön angebaxt isses. Aber war wieder lecker. In Kombination mit Butter und Himbeermarmelade. Mmmmh. Schade, dass ich keinen Honig hatte.
Dann hab ich noch Lisa getroffen. Das nächste Küken. Sie hat bis vor ein paar Tagen selbst hier gearbeitet als Putze und war noch mal eine Nacht zurückgekehrt. Wir sprachen darüber wie lange sie in Neuseeland bleiben wird. Neun Monate. Und ich überlege mittlerweile, ob mir das nicht auch reichen könnte. Ich merke halt, dass man ja finanziell auch irgendwie über die Runden kommen muss und ich glaube ich bin nicht mehr in dem Alter, wo ich wochenlang einfach nur irgendwo an einem Ort abhängen mag zum Irgendwas-Arbeiten (meistens gibt es nicht mehr als umgerechnet 6 EUR die Stunde), weil das Geld alle ist und man nicht mehr weiterkommt. Man dreht sich dann nämlich im Kreis (momentan sehne ich auch ehrlich gesagt den 26.12. herbei, an dem ich mit Rike mit dem Auto Richtung Südinsel losdüse…hier in Taupo bin ich, um Geld zu sparen, ich merke aber, dass es mich nervös macht irgendwie festzusitzen – bin auch noch keinen wirklich interessanten Leuten begegnet). Es geht darum, Dinge zu sehen, zu erleben. Und nicht darum einfach möglichst lang von zuhause weg zu sein. Aber mal gucken. Vielleicht habe ich auch einfach keine Lust auf den neuseeländischen Winter, haha. Wir werden sehen.
Nach dem Cleanen sind wir (Carsten, Sebastian, Dominic und ich) am Montag nach Kinloch gefahren. Das ist am nördlichen Zipfel des Lake Taupos, übrigens der größte See Neuseelands. Dort befindet sich ein schöner verlassener Strand mit dem interessanten Kawakawa Bay Track. Wir sind dort etwa zwei Stunden umhergelaufen. Kam mir etwas vor wie Oma Jana, weil keiner der drei anderen älter als 21 ist. Kam mir wirklich zumindest wie ne Mutter vor als ich Dominic ein paar Ratschläge bezüglich seiner Zukunft gab. Das Wetter war heute richtig richtig fein.
Achso, und ich hab mein erstes Paket nach Deutschland geschickt. Fahnen für den Chef der Mudder, Sicherungskopien von Fotos und Videos und ein paar Dinge für die Vitrine zuhause. Umhüllt von Laminatpappe. Selbstgebastelt noch in Rotorua. Mit festgeklebten Haaren von Mensch, Katze und Hund
Ha! Nikolaus ist für mich dieses Jahr nicht ausgefallen. Im Laufe des Tages lagen drei unterschiedliche Süßkramseleien auf meinem Kopfkissen. Die Stiefel waren ja auch verstaut. Das schlechte Wetter zog allmählig von dannen. Ich glaube, das hier war der letzte Tag, an dem ich ein paar graue Wolken gesehen habe. Machten sich echt gut auf Fotos : )
Ist übrigens interessant der Lake Taupo. Man könnte sich jeden Tag mit der Kamera unten an die Lakefront stellen und könnte jeden Tag eine andere Stimmung einfangen. Die Wolken hier in Neuseeland sind schon irre. Mal voluminös, mal klein und zupferig, mal verschwommen langgezogen, aber immer irgendwie eindrucksvoll.
An diesem Tag habe ich Ariane an „ihrem“ Eisstand besucht. Ich blieb eine Stunde und lockte so einige Kunden an. Haha. Aber: Hat se juuud jemacccht! Das Reinkugeln.
Achso… fast vergessen zu erwähnen. Ich habe von Zehn bis Zwölf den Putzlappen geschwungen. Zusammen mit Sabrina sind wir hier im Hostel für die Oberflächen in den Bädern verantwortlich. Der eine kümmert sich um Waschbecken, Klos, Spiegel, das Auffüllen des Klopapiers, die Spiegel und alle anderen verstaubten Oberflächen. Der andere ist für die Dusche verantwortlich, die vor Glas nur so wimmelt, dass das unendlich viel Zeit in Anspruch nimmt alles zu cleanen. Man darf aber nicht mit Schlappen rein, muss die draußen vor der Tür lassen und riskiert somit tagtäglich Fußpilz, haha… Augen zu und durch und hoffen, dass man von Fußpilz verschont bleibt. Sind ja nur zwei Wochen.
Und sowieso. Man könnt sich kaputter machen.